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Mobilitätskompetenz von Kindern

Teilnehmende des Workshops Mobilitätskompetenz und Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen
Teilnehmende des Themenforums

Im Rahmen des Netzwerktreffens Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen in Münster trafen sich 30 Teilnehmende zum Themenforum »Mobiltätskompetenz und Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen«. Im Plenum zuvor referierten Björn Frauendienst und Dr. Andreas P. Redecker vom Geographischen der Institut Ruhr-Universität Bochum über ihre Studie. Sie hielten fest, dass die Verkehrsunfallzahlen von Kindern auch deswegen sinken könnten, weil die Eltern ihnen nicht erlauben, sich selbständig im Straßenverkehr zu bewegen. Einen signifikanten Unterschied konnten sie bei einer vergleichenden Studie, die im Jahr 1990 und 2010 mit gleichem Design durchgeführt wurde, feststellen: Die Grundschulkinder der 2., 3. und 4. Klasse werden erheblich häufiger auf dem Schhulweg begleitet und dürfen auch in der Freizeit weniger oft allein unterwegs sein.

Genau hier setzt die Arbeit an, von der Udo Lutz von der Stadt Marl im Themenforum berichtete: Zur Förderung der Selbständigkeit werden dort Kinder auf dem Schulweg zur Grundschule trainiert, bis die Eltern sich sicher sind, dass die Kinder sicher unterwegs sind. Ein Walking Bus wird zu Beginn der 1. Schulklasse eingerichtet und nach spätestens einem dreiviertel Jahr, also wenn es wieder morgens hell genug ist, sind die Kinder allein unterwegs. Ein ähnliche Aktion läuft an den weiterführenden Schulen, wo die Kompetenz beim Fahrradfahren in der 5. Klasse trainiert wird. Zunächst in Gruppen und begleitet unterwegs fahren die Kinder nach sehr kurzer Zeit allein mit dem Rad zu Schule. Von stolzen 75 % Radverkehrsanteil beim Schulweg konnte Udo Lutz berichten. Die Verkehrsunfallzahlen sind seit 20 Jahren rückläufig und zeigen, dass die Bemühungen um die vielfältigen Verbesserungen im Straßenraum und das Training der Kinder sich lohnt.

Die Diskussion in dem Themenforum zeigte auf, dass die Marler Arbeit vorbildlich ist, dass aber auch in anderen Orten gute Maßnahmen ergriffen werden. Es kommt immer darauf an, dass jemand Initiative ergreift und andere Partner einbindet. Bei der Frage allerdings, wie man das morgendliche »Chaos« vor den Grundschulen lösen sollte, waren neben dem oben beschriebenen Lösungsansatz kaum preiswerte Lösungen in Sicht.

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