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Coesfeld Verkehrsversuch

Punktbewertung von Argumenten pro und contra
Die Mitglieder des Arbeitskreises bewerten den Verkehrversuch

Im Dezember 2010 beschloss der Rat der Stadt Coesfeld einen Verkehrsversuch auf Grundlage eines Arbeitsgruppenergebnisses. Die vorgeschlagene Lösung sollte den Quasi-Ringschluss unterbinden, der, weil zu aufwendig, nicht als vollständiger Ring um die Altstadt zu Ende gebaut werden kann. Dieser Versuch sollte zeigen, ob der Durchgangsverkehr durch die nord-westliche Innenstadt verdrängt werden kann, ohne die Erschließungsfunktion für diesen Teil der Innenstadt einzuschränken. Mit einem System von Einbahnstraßen wurden die Routen so gelegt, dass ein höherer Fahrwiderstand entstand. Wie die Stadt selber einräumte, gab es bei Einführung dieses Systems im Sommer 2011 kommunikative Schwierigkeiten und es entlud sich sowohl am Verfahren als auch an der Verkehrsführung eine Welle des Protestes. Eine Verkehrsuntersuchung im Oktober 2011 bestätigte einen Teil der Proteste: Eine zuvor wenig befahrene Straße innerhalb des Gebietes wird erheblich mehr genutzt als zuvor, auch auf anderen Routen stieg der Verkehr. Es ist nur zum Teil gelungen, den Durchgangsverkehr auf die Ringstraße auf der anderen Seite der Innenstadt zu verlagern. Nach drei Monaten jedoch hat sich der Verkehrsablauf innerhalb des Viertels eingespielt. Die Arbeitsgruppe, die in 2010 aus fünfzehn verschiedenen Varianten der Verkehrsführung die vielversprechenste herausgesucht hatte, wurde wieder einberufen und um ihr Fazit zu dem Verkehrsversuch gebeten. Sie kam nach intensiver Diskussion zu dem Schluss, dass eine Reihe von Kritikpunkten, die in Zeitungsmeldungen, Leserbriefen und Schreiben an den Bürgermeister artikuliert wurden, gerechtfertigt sind und abgestellt werden sollten. Ein Reihe anderer Punkte jedoch wurden als nicht gerechtfertigt oder als übertrieben zurückgewiesen. Der Versuch hatte auch eine Reihe von positiven Effekten, die in der öffentlichen Diskussion jedoch nicht entprechend gewürdigt wurden. Die Arbeitsgruppe kam nach kritischer Debatte zu der Überzeugung, dass die Verkehrslösung weiter optimiert werden kann und soll. Sie konnte jedoch nicht voraussagen, wie groß der Effekt dieser Optimierungen sein würde. Die Mehrheit im Rat der Stadt Coesfeld konnte sich dieser Empfehlung jedoch nicht anschließen. In der Abwägung des Pro und Contra, die die Arbeitsgruppe dem Rat übergab, blieb zu viel Ambivalenz und das Vertrauen in die Effekte einer noch zu konzipierenden Optimierung waren nicht groß genug. Kurz vor Weihnachten wurde der Abbruch des Verkehrsversuches beschlossen und vor der Jahreswende wurden die Schilder abmonitert.


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